Formenreinigung ist Teil der Prozesssicherheit
Im deutschsprachigen Markt wird industrielle Reinigung stark unter den Gesichtspunkten Prozesssicherheit, Anlagenverfügbarkeit und Ressourceneffizienz betrachtet.
Verunreinigte Formen und Maschinen können nicht nur die Produktqualität beeinflussen, sondern auch Wartungsaufwand und Stillstandszeiten erhöhen.
Fraunhofer IVV betrachtet industrielle Reinigung deshalb ausdrücklich als wertschöpfenden Teil des Produktionsprozesses.
Welches Reinigungsverfahren ist richtig?
Für Formen und Produktionsanlagen stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung:
Dampf | Trockeneis | Hochdruck | Ultraschall | Laser | chemische Reinigung
Nicht jedes Verfahren eignet sich für jede Oberfläche.
BPS Facilities beschreibt beispielsweise Dampf und Trockeneis als spezialisierte Verfahren für schwer zugängliche und sensible Maschinenbereiche, weist aber gleichzeitig auf die notwendige Materialverträglichkeitsprüfung hin.
Wann bietet Dampf Vorteile?
Heißdampf eignet sich vor allem zum Lösen von:
- Ölfilmen,
- Schmierstoffen,
- Fett,
- Produktionsrückständen,
- leichten Polymerablagerungen,
- Verschmutzungen an Maschinengehäusen.
Durch die Kombination aus Temperatur und kontrollierter Feuchtigkeit können Verschmutzungen gelöst werden, ohne große Mengen Spülwasser einzusetzen.
Spritzgussformen sorgfältig behandeln
Bei hochwertigen Spritzguss- und Präzisionsformen muss besonders vorsichtig gearbeitet werden.
Vor der Reinigung sollten Beschichtungen, polierte Kavitäten, Dichtungen und temperaturempfindliche Komponenten geprüft werden.
Elektrische Anschlüsse, Sensoren und Steuerungstechnik dürfen nicht direkt intensiv bedampft werden.
Nach der Reinigung ist eine vollständige Trocknung wichtig, insbesondere bei korrosionsempfindlichem Werkzeugstahl.
Stillstandszeit als Auswahlkriterium
In der Industrie ist nicht nur das Reinigungsergebnis entscheidend.
Auch folgende Faktoren beeinflussen die Wirtschaftlichkeit:
Demontagezeit | Reinigungsdauer | Trocknungszeit | Wiederanlauf | Personalaufwand
Ein geeignetes Dampfsystem kann insbesondere bei regelmäßiger Wartungsreinigung helfen, manuelle Arbeitsschritte zu reduzieren.
Welches Gerät eignet sich?
Für intensive Maschinen- und Anlagenreinigung sollten Dampfleistung, Temperatur, Dauerbetrieb und Stromversorgung bewertet werden.
Der JBS SCW-05 arbeitet mit 15 bar und 170–210 °C, einem 33-Liter-Tank, 380-V-Anschluss und zwei Dampfpistolen.
Für geeignete Metallflächen, Maschinen und Formen kann das System nach Prüfung der Materialverträglichkeit eingesetzt werden.
Fazit
Bei der industriellen Formenreinigung zählt nicht möglichst hoher Druck, sondern ein reproduzierbarer, materialgerechter und wirtschaftlicher Reinigungsprozess.
Dampf ist besonders interessant, wenn Öl und Produktionsrückstände entfernt und gleichzeitig Wasserverbrauch sowie Stillstandszeiten begrenzt werden sollen.
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Häufige Fragen
Häufig gestellte Fragen
Ersetzt Dampfreinigung eine Desinfektion?
Es darf nicht angenommen werden, dass jede Anwendung eine Desinfektion bewirkt. Auf Flächen mit Lebensmittelkontakt müssen die betrieblichen Reinigungs-, Spül- und Hygieneverfahren vollständig eingehalten werden.
Was ist das wichtigste Kriterium bei der Auswahl einer Dampfmaschine?
Tägliche Nutzungsintensität, Dampfleistung, Aufheizzeit und benötigtes Zubehör sollten gemeinsam bewertet werden.
Welche Reinigungsmaschine eignet sich für Industrie- und Produktionsbereiche?
In Industrie-, Fabrik- und Produktionsbereichen können Heiß-/Kaltwasserreiniger, Hochdruck-Wasserstrahlgeräte, Kompressoren und Industriesauger eingesetzt werden. Die Auswahl richtet sich nach Öl, Fett, Rost, Produktionsrückständen und Schwere der Verschmutzung.